EisdorfFaehrtElektrisch 01pb Frank Uhlenhaut, Anja Kreye, Helge Altmann, Dieter Sinram und Dietmar Lange (v. l. n. r.) freuen sich über die informative Broschüre „Unser Dorf fährt elektrisch“. Foto: Petra Bordfeld

"Sie machen Pionierarbeit, und das geht nicht von heute auf morgen, das langsame Wachsen braucht Geduld, das wird aber klappen“, Worte von Frank Uhlenhaut, der als LAG-Vorsitzender und als Vertreter der HarzEnergie zusammen mit Anja Kreye vom LEADER-Regionalmanagement den Vorstand des Vereins „Mobiles Eisdorf“ ins ehemalige Eisdorfer Gemeindebüro zu einem Gespräch geladen hatte. Beide hatten aber auch eine inhaltsreiche Broschüre mitgebracht, die den Titel „Unser Dorf fährt elektrisch“ trägt und alle elektrisch fahrende Dörfer vorstellt, die am gleichnamigen Wettbewerb teilgenommen haben.

Uhlenhaut betonte eingangs, dass man zu dieser „Abschlussveranstaltung“ eingeladen habe, weil das „Mobile Eisdorf“ einen Schritt vollbracht habe, über den erstmals im Frühjahr 2016 seitens der LEADER-Regionen Osterode, Harzweserland und Göttingen Land gesprochen wurde. Es handelte sich um das Kooperationsprojekt „Unser Dorf fährt elektrisch“.

Für diesen ungewöhnlichen Wettbewerb seien damals knapp 180 000 € zur Verfügung gestellt worden. Waren es da noch drei Kreise, sind es heute noch zwei, weil ja Göttingen und Osterode fusioniert haben. Es erfolgte der Aufruf, dass sich Arbeitskreise von Ideenträgern finden sollten. Das war übrigens bereits der dritte Wettbewerb der drei LEADER-Regionen. Los ging es im August 2013 mit „Unser Dorf spart Strom“. Drei Jahre später hieß der Slogan „Unser Dorf nutzt die Sonne“. Dabei war Willensen so erfolgreich, dass jetzt eine Photovoltaikanlage des Daches vom Dorfgemeinschaftshaus schmückt.

Als drittes Projekt ging „Unser Dorf fährt elektrisch“ an den Wettbewerbsstart. Der Titel sei zwar sehr charmant, die Aktion selbst hätte aber richtig mit Arbeit zu tun gehabt, so Uhlenhaut. „Letztendlich mussten Ideen realisierbar sein. Und ich war skeptisch, ob es überhaupt einen Ort geben wird, der sich auf den Weg macht“. Anfangs sei das Interesse erstaunlich gut gewesen, als es aber darum ging „Futter bei den  Fische“ zu bringen, seien die Teilnehmerzahlen gesunken. Aber schon Vincent van Gogh habe gefragt, was denn das Leben wäre, wenn wir nicht den Mut hätten, was zu riskieren. „In Eisdorf hatten die Ideenträger nicht nur den Mut, sondern auch das Können, einen Antrag vorzulegen, der die Wettbewerbsjury  überzeugt hat“.

Nun ist zwar der Wettbewerb beendet, das Fahrzeug rollt und die Ladestationen sind errichtet, trotzdem sei das kein Abschluss eben dieser Veranstaltung. Jetzt müsse der Blick in Zukunft gerichtet werden, weil der Ernst des Lebens begonnen hat. Es müsse sich zeigen, ob sich das Modell bewährt. „Es dürfte noch eine ganz schöne Arbeit werden, alles mit Leben zu erfüllen. Sie haben sich getraut, es zu machen, jetzt liegt es an den  Bürgern, das dieses Modell zukunftstauglich bleibt und übertragbar für andere Kommunen wird“, so Uhlenhaut weiter. Im Prinzip solle Eisdorf  so beispielshaft sein, dass andere Ortschaften sagen: „Das packen wir auch“.

Im Prinzip habe die Gemeinde Bad Grund mit ihrem Carsharing ein Projekt, was viele größerer Städte nicht hätten.  Damit beweise der ländliche Raum auch seine Stärke durch das Ehrenamt. „Denn ohne sie, gebe es das gar nicht. Herzlichen Dank dafür, dass sie sich so reingekniet haben“. Uhlenhaut gratulierte, dass Eisdorf es geschafft hat und drückte die Daumen, dass es in ein oder zwei Jahren heißt „Die Erwartungen sind weit übertroffen“.  Schließlich liege hier ein  durchdachtes Konzept vor, welches mit viel Kreativität durchgeführt werde.

Auf die Broschüre zu sprechen kommend, betonte Anja Kreye, dass sie auch den Austausch zwischen den elektrisch fahrenden Ortschaften unterstützen und andere zum Mitmachen animieren soll.

Dieter Sinram, erster Vorsitzender des Vereins ‚“Mobiles Eisdorf“ sprach der Vertreterin des Regionalmangement eine großes Dankeschön dafür aus, dass sie stets eine hervorragende Ansprechpartnerin mit viel Geduld gewesen sei.

Dass das elektrische Auto rollt und die Ladestationen vorhanden sind, dafür hätten das Glück und der Fleiß aller Beteiligten gesorgt. Er versicherte, dass sich der  Vorstand sehr darüber freue,  zu sehen, dass alle an einem Strang zögen. „Wir müssen abwarten wie es weiter geht, Corona hat uns zwar ausgebremst, aber für keinen Stilstand gesorgt“.

So werde jetzt kein Fahrgast, sondern dessen Einkaufszettel mitgenommen. „Wir fahren also nicht mit Kunden, sondern für Kunden“.

Besonders hervor hob der Sprecher die eine Fahrt zur Osteroder Tafel. Ein Eisdorfer Bürger lässt sich einmal die Woche elektrisch in die Kernstadt fahren, um sich bei der Tafel die ihm zustehenden Dinge abzuholen. Da könnten im Prinzip noch mehr Bürger hinzukommen.

Im Prinzip liefen schon Gedanken, nach Corona ein zweites Auto in den Dienst zu stellen. In dem Zusammenhang freue ihn sehr, dass schon ein Anwohner kundgetan hätte, dass er sein Auto auch gerne zur Verfügung stellen möchte. Ein vorrangiges Ziel des Eisdorfer Konzeptes ist allerdings, den Fahrdienst und die E-Autonutzung durch die Vereinsmitglieder weiter auszubauen. „Hierzu wird bei den Eisdorfer Bürgern auch in Zukunft für das bisherige attraktive Angebot geworben und, wo notwendig, weiter entwickelt“, so der erste Vorsitzende. pb

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