Sie alle wollten wissen, wie es mit der Kirchengemeinde Eisdorf/Willensen weitergehen wird. Foto: Bordfeld

Eisdorf (pb). Auch wenn seit längerer Zeit fest steht, dass ab November „nur“ ein Pastor oder eine Pastorin für die Kirchengemeinden Eisdorf/Willensen und Nienstedt/Förste da sein wird, werde der Förderverein zum Erhalt der Kirchengemeinde Eisdorf/Willensen „Die Kirche bleibt in Dorf“ weiter verhandeln, miteinander reden, argumentieren sowie Ideen entwickeln und vortragen, damit es nach vorn geht, so der erste Vorsitzende Joachim Jünemann während der Mitgliederversammlung.

Dabei sei es völlig egal, wie die Entscheidung über den Pfarrsitz  ausfallen wird, die Kirche werde in jedem Fall im Dorf bleiben. Denn die Kirche macht nicht allein der Pfarrsitz oder der Pastor aus. „Nein! Kirche sind wir alle“. Nur gemeinsam könne die  Kirche vor Ort mit gestaltet werden. Nicht etwa der Kirchenvorstand oder der Förderverein machten das kirchliche Leben in Eisdorf und Willensen aus, sondern die Gemeinsamkeit.

Nur zusammen könne man auch weiterhin dazu beitragen, dass durch die finanzielle Unterstützung seitens des Vereins die Sparmaßnahmen der Landeskirche in den personellen Bereichen sowie bei den Sachkosten aufgefangen werden. Damit könne das, was das kirchliche Leben wirklich  ausmacht, erhalten werden. Der Verein mache sich letztendlich für die Menschen und insbesondere die Gemeindeglieder der beiden Dörfer stark.

Obwohl eine weitere finanzielle Unterstützung durch den Verein zurzeit gewährleistet sei, werde es Veränderungen für das kirchliche Leben, wie beispielswiese bei den Gottesdiensten geben müssen, wenn ab November nur noch ein Pastor vor Ort ist. Der Lauf der Zeit brächte es mit sich, dass sich die Gegebenheiten verändern. Daraus aber  nur Negatives zu sehen, sei allerdings nicht der rechte Weg. „Anpacken heißt die Devise“. Denn wer aufgibt, habe schon verloren. Der Verein wolle aber gewinnen und Zukunft besonders in der Kirchengemeinde Eisdorf-Willensen gestalten.

Weiter teilte der Vorsitzende mit, dass man gemeinsam mit dem Kirchenvorstand in Gespräche mit Superintendentin Ilse Lontke getreten sei. Diese beinhielten sowohl eine vorübergehende Besetzung bis November als auch eine seelsorgerische Unterstützung des zukünftigen Pastors oder Pastorin für die Zeit nach November 2011. Hierfür könnten - falls erforderlich - auch Mittel zur Finanzierung bereitgestellt werden.

Jünemann schaute aber nicht „nur“ nach vorne, er ließ auch das aktionsreiche 2010 Revue passieren. So habe die Theatergruppe St. Georg sechs Aufführungen mit viel Erfolg auf die Bretter gebracht, welche die Welt bedeuten. Aber auch der bereits elfte Weihnachtsmarkt, der zusammen mit dem TSC Eisdorf auf die Beine gestellt wurde, sei fantastisch gewesen. Außerdem sei die Pfarrstelle in Eisdorf/Willensen anteilig finanziert worden.

Ein weiteres finanzielles Highlight sei Beschluss gewesen, Gelder für Energiesparmaßnahmen und weitere Sachaufwendungen zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile seien in allen in Frage kommenden Lampen die Leuchtmittel ausgetauscht oder alte, defekte Lampen durch Energiesparlampen ersetzt worden.

In diesem Jahr soll übrigens ein größerer Betrag dafür zur Verfügung gestellt werden, dass die bereits 30 Jahre alte Küche im Gemeindehaus gegen eine neue, funktionstüchtige ausgetauscht werden kann. Und für das Pfarrbüro soll ein geräumiger Aktenschrank angeschafft werden. Der Förderverein werde auch weiterhin ein sinnvoller Stützpfeiler für das kirchliche Leben beider Gemeinden sein.

Fest steht schon jetzt, dass der zwölfte Weihnachtsmarkt am 27. November, am Ersten Advent, seine Pforten öffnen wird. Fest stand nach den Wahlen auch, dass Bruno Armbrecht das Amt des Kassenprüfers und Inge Lohrberg das der Ersatzkassenprüferin übernehmen werden.

Bürgermeisterin Petra Pinnecke erinnerte in ihrem Grußwort daran, dass sie im vergangenen Jahr während der Mitgliederversammlung darauf hingewiesen habe, dass der Verein sehr viel dazu beigetragen habe, dass Pastor Jens Kertess bis zum November dieses Jahres bliebe. Dass das Pfarrhaus jetzt leer stehe sei aber weder die Schuld des Pastors noch die des Vereins. Man müsse sich heute mit Veränderungen mit einhergehendem Verzicht abfinden. Wenn aber die finanziellen Mittel des Vereins nicht gewesen wären, hätten Eisdorf und Willensen schon längere Zeit keinen eigenen Pastor gehabt. Außerdem gebe er auch Zuschüsse fürs Gemeindehaus, in dem sich die ‚Ältere Generation ebenso trifft wie der Posaunenchor oder die jungen „Juleicas“. „Menschen brauchen die Kirche und die Kirche braucht Menschen – egal ob jung oder alt. Gerade auch hier auf dem platten Land“, so die Sprecherin.