Eisdorf

Ortsteil der Gemeinde Bad Grund (Harz)

Grundschüler packten Martin Luther in den Schuhkarton

Pilgerweg GS Gittelde Luther

Sie alle sorgten dafür, dass die Geschichte von Martin Luther in jeweils einen Schuhkarton passte. Foto: Bordfeld

Man schließe sich zu freigewählten kleinen Arbeitsgruppen zusammen, schaue sich in der Geschichte des Reformators Martin Luther um und nehme einen Schuhkarton. Dann sammele man einige Flaschenkorken und andere Verschlüsse der langhalsigen Glasgüter, Sand, Holz, Papier, Pappe und Farbe, um diese mit der gelesenen Geschichte zu „verweben“. Was wie eine Gebrauchsanweisung klingt, ist der Pfad, den Mädchen und Jungen der 4b der Grundschule der Gemeinde Bad Grund in Gittelde, beschritten haben, um sich so an der Ausgestaltung des Pilgerweges zu beteiligen, zu dessen Begehung die evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirchengemeinden der Gemeinde Bad Grund am Sonntag, 21. Mai, einladen.

Dieser Weg, der um 14 Uhr an der Kapelle in Willensen beginnt, führt über den Hammensen zu den beiden Gotteshäusern in Gittelde und wird gegen 18 Uhr im Freizeitgelände ausklingen. Dazwischen wird zu einer Verschnaufpause auf dem Schulhof eingeladen. Und genau da werden nicht nur Kaffee, Tee und Kuchen sowie kühle Getränke von den Johannitern und den Ausrichtern der bereits siebenten Veranstaltung dieser Art, welche die erstmals den Reformationsweg erläutert, gereicht. Dort laden auch die inhaltsreichen und aussagekräftigen Schuhkartone zum Verweilen ein.

Eines haben sie gemeinsam: den Weg des theologischen Urhebers der Reformation, der 1505 auf den Weg nach Erfurt von einem Gewitter heimgesucht wurde. Diese Szene ist ebenso dargestellt, wie der Aufenthalt im Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt, wo er zum Priester geweiht wurde. Wittenberg, in dem die reformatorische Wende ihre Lauf nahm, als Luther die 95 Thesen, welche direkt auf den Ablass Bezug nahmen, und am 31. Oktober1517 am Hauptportal der Schlosskirche in Wittenberg anschlug, fehlt ebenso wenig, wie die Wartburg, in der er in nur elf Wochen das neue Testament in die deutsche Sprache übersetzte.

Die Idee dazu, das Leben des Reformators so zu erzählen, entdeckte ihre Lehrerin, Susanne Voigt, im Schulverbandsblatt. Sie erzählte davon in der 4 b und weckte großes Interesse.

Fjare, Celina-Zoe und Stanislav verliehen der Kirchengeschichte mittels vieler kleiner Details eine große Aussagekraft. Jann und Julie begannen dahingegen schon im Elternhaus von Martin Luther und stellten insbesondere die Begegnung mit dem Gewitter sehr einfühlsam in Szene.

Rinja und Jannes wiederum ließen auch Luther Hochzeit mit Katharina von Bora am 27. Juni 1525 nicht unerwähnt.

In dem Schuhkarton von May, Lena und Lara fallen besondere Feinheiten auf, denn da hat der Opa der Zwillinge einfühlsam Hand mit angelegt. Und so ist sie Szene der Bibelübersetzung mittels Miniatur-Papierrollen und Bibel nicht zu übersehen.

Ervin hat zusammen mit Susanne Voigt einen leeren Schuhkarton mit geschichtlichem Leben gefüllt. Ervin hat aber auch Gohdar dabei unterstützt, den Schuhkarton zu einem bildlichen Geschichtsbuch zu verwandeln.

In einem sind sich die Kinder einig: „Es hat Spaß gemacht“. Insbesondere übrigens, weil sie sich zu den Gruppen selbst zusammenschließen durften.

Zusammen gehen werden an dem 21. Mai alle Pilgerer nach der Eröffnung vor der Kapelle in Willensen in Richtung Stauffenburg zur Wüstung Hammensen.

Von dort aus wird auf den Schulhof zur Kaffeepause geladen, in weicher die Ausstellung „Martin Luther im Schuhkarton“ zu sehen sein  wird.

Nach der Pause geht der Weg in die St. Johannes-Kirche. Dort wird in einer ökumenischen Station darüber nachgedacht, was es bedeutet, gemeinsam Kirche zu bauen. Außerdem gibt es mit Lessings „Ringparabel“ eine Geschichte über die Toleranz der Religionen.

Danach wird der Weg zur Mauritius-Kirche unter die Füße genommen. Dort wird der Heimat- und Geschichtsverein Gittelde etwas über die Staufenburg und ihre Bewohner Heinrich II und Eva von Trott erzählen.

Der Abschluss wird dann mit einem gemeinsamen „Vater unser“ vor dem Freizeitgelände des Harzklub-Zweigvereins Gittelde beginnen. Dort darf sich dann noch gestärkt werden.

Übrigens wird sich für ältere und gehbehinderte Teilnehmer traditionsgemäß ein Planwagen in Bewegung setzen und zu den einzelnen Stationen rollen. Die Johanniter Unfallhilfe wird sich neben der Kaffeeversorgung auch um die Erste Hilfe kümmern. Und die bei der Kaffeepause erbetene Kollekte wird der „Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen e. V.“  zukommen. pb