St Georg Theater 01

Sie alle begeisterten das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute mit dem Trip in die Welt des Musicals. Fotos: Bordfeld

Cindy von Marzahn stand ebenso auf der Bühne im zum Theater umgebauten Saal des Eisdorfer Kirchenhauses wie Tevje, der davon träumte, endlich einmal reich zu sein, der Boxer Rocky sowie Ranger und Winnetatsch, die den Schuh des Manitu suchten. Sie alle waren zusammen mit Simba und vielen anderen menschlichen und tierischen Wesen angetreten, um mit der Jubiläumsshow der St. Georg-Theatergruppe die Welt des Musicals nach Eisdorf zu holen.

Dass Regina Rath, Thomas Rath, Oliver Rath, Michael Rath, Ilona Reinhardt, Bärbel Leimeister, Daniela Diener, Andreas Stein, Lennart Stein, Reinhard Weber, Sieglinde Weber, Regina Selzer, Ulrich Selzer, Sonja Schimmelpfennig, Heike Ueberschär, Maren Neumann, Franziska Koch, Dalina Schmidt, Michael von Einem und Brigitte Kühne sowie die drei Techniker Rüdiger Chrzanowski, Ulrich Slowik und Dennis Leimeister damit ins Schwarze getroffen hatte, machten ihnen die Gäste der ausverkauften Premiere mit dem nicht enden wollenden Applaus und den stehenden Ovationen sehr deutlich. Nicht nur für sie war es ein schweißtreibender, aber mehr als lohnender Abend.

Denn es war schon spannend, wie ein moderierender, aber leicht gefrusteter Regisseur versucht, einer Produzentin namens Miss Rainbow, einen Musical-Mix aus Alt und Neu mit schon etwas in die Jahre gekommenen Darstellern schmackhaft zu machen. Der „König der Löwen" lud aber ebenso zum Träumen ein, wie „Cats". Auf den „Starlight Express" wollte man am liebsten aufspringen, aber da niemand einen gültigen Fahrschein oder Rollschuhe mitgebracht hatte, mussten alle brav auf den Stühlen sitzen bleiben.

Frei und schwerelos gab sich Wicked, schön und einfühlsam schnulzig dahingegen die Geschichte um „Rebecca". Als Manderly dann noch in „Flammen" stand und der Vorhang sich zur Rocky Horror Picture Show öffnete, kam die große Stunde des Pferdes, das mit der gleichnamigen Salbe alle Darsteller wieder fit machte – gleich, wohin es mit seinem in Salbe getränkten Pinsel kam.

Das „Phantom der Oper" hatte ebenso viele Freunde wie Ouzo-Dimitri aus dem „Der Schuh des Manitu" oder die Geschichte vom Boxer Rocky, der übrigens auf der Bühne nicht wirklich k.o. ging. Udo Jürgens hätte bestimmt ebenso wenig mit Beifall gespart, wie Harpe Kerkeling. Denn es fehlten weder Songs aus „Ich war noch niemals in New York" noch aus „Kein Pardon – das Musical". Aber auch Tevje und Cindy von Marzahn schauten vorbei. Und das Gasthaus „Im weißen Rössl" empfing eine Reisegruppe mitsamt dem berühmten Sigismund. Letztlich mutierte dann aber auch die Zugabe zu einem ganz besonderen Highlight.

Die Darsteller/innen verstanden es vom Anfang bis zum Ende mittels überzeugender Mimik und Gestik, diese bunte Vielfalt schmackhaft zu servieren. Sie schlüpften mittels Schminke und Kostümen so schnell und farbig in andere Rollen, wie das Chamäleon die Farben wechselt.

Auch wenn bei dem Jubiläumsstück, in welchem wirklich Frauen und Männer der ersten Stunde auf den Brettern standen, die für sie bereits zehn Jahre die Welt bedeuten, musste sich niemand dafür schämen, älter geworden zu sein. Denn alle wussten sich und die Ausschnitte mehr als überzeugend in Szene zu setzen. Das gelang aber auch den etwas jüngeren „Hasen".

Wer neugierig geworden ist, sollte sich merken, dass sich bereits am kommenden Samstag, 19. Juli, der Vorhang um 19 Uhr erneut heben wird. Während es für diese Vorstellung noch einzelne Karten gibt, ist die Vorstellung am Sonntag, 20. Juli, nahezu ausverkauft. Für Samstag, den 26. Juli, sind dagegen noch Karten erhältlich. Zu haben sind diese im Vorverkauf in der Getränkeinsel Peinemann und bei der Bäckerei Brakebusch.

Dann geht die St. Georg-Theatergruppe aber erst einmal in die Sommerpause. Der Musical-Vorhang wird sich danach noch einmal am 20., 21. und 27. September heben. Für die drei Vorstellungen gibt es noch ausreichend Karten, die ebenfalls an den bekannten Vorverkaufsstellen zu erwerben sind. Übrigens kommt der Erlös aller Aufführungen wieder dem Eisdorfer Verein „Die Kirche bleibt im Dorf" zugute. pb

StGeorgTheater 02Cindy von Marzahn hatte ihre beiden Prinzen mitgebracht (Lennart Stein, Maren Neumann und Andreas Stein)

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Die beiden Boxer aus „Rocky" zusammen mit dem Schiedsrichter (Oliver Rath, Lennart Stein und Ulrich Selzer)

StGeorgTheater 04

Szene aus dem „Schuh des Manitu" (Oliver Rath, Lennart Stein, Michael von Einem, Bärbel Leimeister, Sonja Schimmelpfennig und Thomas Rath)

StGeorgTheater 05

Wenn ich einmal reich wär: Tevje und Frau (Sonja Schimmelpfennig und Michael Rath)

 

Musical Show 7 2014 Plakat