Eisdorf

Ortsteil der Gemeinde Bad Grund (Harz)

Die Fassade der alten Schule im Mitteldorf wird aufgefrischt

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Die alte Schule im Mitteldorf wurde eingerüstet, damit das Fachwerk fachgerecht wiederhergestellt werden kann. Fotos: Bordfeld

Bis 1938 drückten im Erdgeschoss viele Mädchen und Jungen die Schulbank. 1945 bis 1972 gaben sich Bürgerinnen und Bürger im ehemaligen Gemeindebüro das Ja-Wort. Heute finden hier unter anderem die Ortsratssitzungen statt. Im Obergeschoss ist seit 26 Jahren das Heimatmuseum untergebracht. Dass der Zahn der Zeit an dem 1882 im Eisdorfer Mitteldorf errichteten Haus nagt, erkennt man nicht nur bei einem Blick auf die Fensterrahmen der Wetterseite, sondern auch am Fachwerkgebälk. Bereits im zurückliegenden Jahr war es der Verwaltung der Gemeinde Bad Grund aufgefallen, jetzt wurden rund 5000 € für die überaus wichtigen Instandsetzungsarbeiten „locker“ gemacht.

Aus dem Grund ist die Seite zur Straße auch vollends eingerüstet. Schließlich wollen die Zimmermänner der Firma Hesse bestimmt nicht bloß einen Pinsel schwingen - damit wären die nicht zu übersehenden Schäden bestimmt nicht in den Griff zu bekommen. Deswegen haben sie sich jetzt erst einmal dem Verschluss der Risse zugewandt, durch die Regenwasser tief ins Holz geleitet wurde. Früher wurden diese Arbeiten mittels Holzspachtel und Silikon ausgeführt. Davon ist man mittlerweile aber weggegangen. Auch wenn das handwerklich richtig war, war es doch nicht das „Gelbe vom Ei“, denn die Dichtungsmasse fiel langsam und stetig wieder raus. Jetzt werden die Risse mit dem gleichen Holz, mit Fichte, ausgespant. Dafür werden Holzschnitze oder Holzleisten vor Ort abgelängt und konisch zugeschnitzt, um sie anschließend mit Holzleim in die Risse einzuschlagen, der Fachmann spricht von „auskeilen“. Mit dieser Technik wird letztendlich erreicht, dass das Wetterwasser und Holzschädlinge jedwelcher Art möglichst wenig in die Konstruktion eindringen können.

Wenn die Ausspanarbeiten abgeschlossen sind, werden hier und da ausgebrochene Steine und Fugen in der Maurer, den Gefachen, instand gesetzt.

Wenn die Holzarbeiten abgeschlossen sind, stehen die Malerarbeiten an. Dafür wird eine Farbe verwendet, die speziell dafür entwickelt wurde, den Fachwerk-Holzschutzanforderungen standzuhalten. Dieses lasurähnliche Material, wird farblich auf das vorhandene Fachwerk einpigmentiert. Es wird ein Nussbraun sein, das aufgrund der sehr flüssigen Form tief in das Holz einziehen wird. Außerdem werden die Farbpigmente und die UV-Schutzbestandteile eine mitteldicke, auf der Oberfläche liegende, Verschleißschicht bilden. Der Farbauftrag hat auch die Aufgabe kleine Risse und Kleinstrisse zu verschließen. Allerdings ist die Farbe wasserdampfdurchlässig, um so eingedrungene Feuchtigkeit ausdünsten/abtrocknen zu können. Die Verwaltung geht davon aus, dass mit diesem Holzschutz unter normalen Bedingungen rund zehn Jahre Ruhe herrschen dürfte.

Die teilweise morschen Fenster werden nicht vollends ausgetauscht, sondern von einem Tischler repariert und so instandgesetzt, dass sie möglichst bis zur nächsten Fassadensanierung halten. Dabei wird der Wetterschenkel komplett erneuert. An den unteren Stirnholzbereichen der senkrechten Fensterkanten, wird außerdem durch Holzaustausch und anschließendem Anstrich deren Wetterfestigkeit wieder hergestellt.

Dann dürfte das Gebäude in historischem Glanz erstrahlen. Manch einer wird sich aber daran erinnern, dass der Giebel zwar zu Beginn und jetzt wieder Fachwerk aufweist, das aber in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mittels Biberschwänzen behängt war, woran der Dachgeschossteil erinnert. Abgenommen wurde der Behang im Rahmen der ersten Dorferneuerung in Eisdorf in den Jahren 1989/1990. Damit wurde der ursprüngliche Fachwerkszustand wieder hergestellt. Im Zuge der Dorferneuerung wurde aber auch das Obergeschoss als Heimatstube hergestellt. Heute ist es den Eisdorfern nicht mehr nur als alte Schule, sondern auch als Gemeindebüro bekannt. Denn dieses Büro und das Bürgermeisteramt waren von 1972 so lange in dem ehemaligen Klassenzimmer untergebracht, bis 1977 das Rathaus der Samtgemeinde Bad Grund in Windhausen eingeweiht wurde. pb

 

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Dieser Stein weist darauf hin, was in dem ehemaligen Gemeindebüro zu finden ist.

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Die Risse in den Fichtenbalken werden mit Fichte ausgekeilt.

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Auch diese kaputten Fensterteile gehören bald der Vergangenheit an.

Karte Eisdorf