Eisdorf (sab). Der Vorschlag der Samtgemeindewerke, eventuell auf das Wasser aus der Kryterstalsquelle zu verzichten und Eisdorf mit Wasser aus Badenhausen zu versorgen, erregt derzeit die Einwohner aus Eisdorf. Und das war deutlich zu hören und auch zu sehen. Zur Sitzung des Werksausschusses im Rathaus Windhausen waren etwa 60 Personen erschienen. Sie hörten sich an, was ihnen von der Werksleitung, vertreten durch den Werksleiter Jürgen Beck, den Vorsitzenden des Werksauschusses Peter Kalla, Günter Schalude vom Ing. Büro HIFU aus Clausthal-Zellerfeld und einigen Werksausschussmitgliedern berichtet wurde.

Jürgen Beck ging eingangs auf die derzeitige Eisdorfer Wasserversorgung ein. Er erinnerte daran, dass das Wasser aus der Krytertalsquelle regelmäßig 4 mal im Jahr untersucht wird. Beanstandungen habe es in letzter Zeit keine mehr gegeben. Störungen durch coliforme Keime seien im Oktober 2000, im April 2003, im August 2005, Anfang 2006 und zuletzt im Februar 2007 nachgewiesen worden. Das Wasser musste daraufhin für den menschlichen Gebrauch abgekocht werden. Viel schlimmer, so Beck, sei das Nachlassen der Wasserschüttung im Sommer 2007 gewesen. Die Eisdorfer Wasserversorgung sei an die Grenzen der Leistungsfähigkeit gekommen. Das Ing. Büro HIFU aus Clausthal-Zellerfeld wurde mit der Ursachenforschung beauftragt. Es habe sich, so Günter Schalude, herausgestellt, dass die Sammelleitungen der Quellen stark verwurzelt sind. Ein Aufschneiden der Leitungen und die Sanierung der Quellfassungen wurde vorgeschlagen. Kostenpunkt etwas 180.000 Euro. Das Problem sei aber, das diese Maßnahme einige Zeit in Anspruch nehmen wird und während dieser Zeit die Wasserversorgung gesichert werden muss. Außerdem übernehme die bauausführende Firma keine Garantie. Deshalb sei das Wasser aus der Goldbachquelle untersucht worden. Die Schüttung reiche zwar aus, die Wasserqualität lasse leider zu wünschen übrig, da starke Trübungen vorhanden sind. Das Wasser müsse daher gefiltert werden. Die Kosten für den Einsatz einer mobilen Filteranlage wurden für die Dauer von einigen Wochen auf etwa 60.000 Euro geschätzt. Diese Kosten, so wurde in einer kürzlich stattgefundenen Fachausschuss-Sitzung diskutiert, könne man aber sparen. Die Begründung lieferte die Werksleitung mit dem Hinweis, dass im Bereich Posthof Badenhausen eine Hauptwasserleitung erneuert werden muss. Dann seien es nur noch wenige hundert Meter und Eisdorf könne von Badenhausen aus mit Wasser versorgt werden. Das wäre dann die Notversorgung für den ganzen Ort während der Sanierung der Krytertalsquelle. Das bedeute also nicht, so die Werksleitung, dass die Quellen künftig nicht mehr genutzt werden. Und über diese Aussage ergab sich Unmut. Eisdorfer Bürgerinnen und Bürger befürchteten nämlich, dass die Kryterstalsquelle nicht mehr genutzt werden soll. Immer wieder war zu hören, dass man doch das Wasser aus der Goldbachquelle nutzen könne, und das auch dann, wenn Kosten dafür anstehen. Hinweise auf die schlechte Wasserqualität wurden bezweifelt. Bürger Heinrich Aschoff wies auf den bis vor einem Jahr bestehenden Kooperationsvertrag mit den Landwirten hin, die sich freiwillig gewissen Bewirtschaftungsmethoden unterwarfen. Andere Eisdorfer zweifelten die technischen Möglichkeiten der „Notwasserversorgung“ aus Richtung Badenhausen an oder sprachen die Finanzierung und die Mehrbelastung der Abnehmer an. Die Werksleitung wiederum wies auf die Wichtigkeit eines Wasserverbundes für den Störfall hin. Alles das waren Themen, die zwar recht motiviert, aber doch sachlich vorgetragen wurden.

Die Eisdorfer befürchteten, dass die Samtgemeindewerke bereits endgültig über das „Eisdorfer Wasser“ beschlossen hätten und Baumaßnahmen eingeleitet seien. Der Werksausschussvorsitzende Peter Kalla stellte abschließend fest, dass die Informationen der Eisdorfer Bürger nicht nur zur Kenntnis genommen wurden, sondern bei weiteren Beratungen Berücksichtigung finden werden.

 


 

Foto: Eisdorfer Einwohner sind über ihre künftige Wasserversorgung besorgt. Sie fordern weiterhin ihr Wasser aus der Krytertalsquelle oder aus der Goldbachquelle.

 



Foto: Die Schüttung aus der Goldbachquelle ist zwar stark, die Wasserqualität lässt jedoch zu wünschen übrig.

Foto: Sablotny