43 Männer hoben 1934 die Freiwillige Feuerwehr Eisdorf aus der Taufe


Die Freiwillige Feuerwehr und die Jugendwehr Eisdorf freuen sich schon jetzt auf das Festwochenende. Fotos: red

Eisdorf (pb). Weil im Januar 1934 das neue Brandschutzgesetz in Kraft trat und die Pflichtfeuerwehren aufhob, rief Dorfschulze und späterer Bürgermeister Bodo Elbing im Februar zur Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Eisdorf ein, die mit der Unterschrift von 43 Männern aus der Taufe gehoben wurde. Alle Gründungsmitglieder erhielten jeweils eine nach Maß gefertigte Uniform, einen Helm und eine Koppel. August Froböse und Adolf Brakebusch sen. übernahmen als Ortsbrandmeister und als Stellvertreter die Führung.

Nach den Kriegswidernissen, wo zur Warnung von Luftangriffen und zur Brandalarmierung die Sirene auf dem Kirchturm ausgelöst wurde, kam wieder ein neues Brandschutzgesetz. Die Kameraden Froböse und Brakebusch legten ihre Ämter in die Hände von Wilhelm Dreyer und Walter Sinram-Krückeberg sen.

Mit dem Neuaufbau rollte auch die erste Motorspritze, die TS 8/8 an, die im September 1950 aus Heeresbeständen abgezogen wurde. Den dazugehörenden TS-Anhänger bauten die Kameraden in Eigenleistung auf. Er ist noch heute im Feuerwehrhaus zu sehen. Ein TSF-Fahrzeug wurde 1963 seitens der Gemeinde an die Freiwillige Feuerwehr übergeben. Weil es 1975 nicht mehr durch den TÜV kam, musste erst einmal mit dem TSA-Anhänger und der TS 8/8 der Brandschutz sichergestellt werden. 1976 wurde das neue Fahrzeug LF 8 seiner Bestimmung übergeben. 1994 wurde eine TS 8/8 übergeben. Vor genau zehn Jahren wurde dann das neue LF 8/6 aus Karlsruhe geholt.

Im November 1953 zog die Feuerwehr vom Spritzenhaus am Steinweg ins Mitteldorf. Im selben Jahr legte Dreyer sein Amt als Brandmeister nieder. August Aschoff übernahm dieses bis zum März 1973. Dann musste der später zum Ehrenortsbrandmeister ernannte Aschoff es aus Altersgründen an Heinrich Aschoff weitergeben. Der wurde 22 Jahre später verabschiedet, in seine Fußstapfen tat 1995 Manfred Gemende. Vor zwei Jahren übernahm Thomas Wenzel, der bereits seit 2001 stellvertretender Ortsbrandmeister war, das Amt des Ortsbrandmeisters.

1976 wurde das Feuerwehrhaus im Gartenweg eingeweiht. Zwölf Jahre später wurde ein Architekt beauftragt, Pläne für die Aufstockung des Gebäudes zu erstellen. Diese wurden dann 1990 mittels 2 524 Arbeitsstunden Eigenleistung realisiert und 1993 offiziell eingeweiht – was aber nicht hieß, dass es nicht noch etwas zu tun gab, was wieder mit Eigenleistung abgedeckt wurde.

Im Oktober 1979 wurde die Jugendfeuerwehr Eisdorf ins Leben gerufen, bei der gleich 16 junge Männer mitmachten. Übrigens kam das 100. Jugendfeuerwehrmitglied in der Samtgemeinde Bad Grund aus Eisdorf. Es war Martin Huchtel, der im Februar 1999 beitrat.

Die Kameraden hatten in den zurückliegenden 75 Jahren viele Einsätze, die sich zumeist um Feuer- oder auch Wasserbekämpfung drehten. Ganz besonders in schlechter Erinnerung ist ihnen aber eine Brandserie aus den Jahren 1887 und 1988. Es waren vier Großbrände zu verzeichnen, wo man zwar von Brandstiftung ausging, aber nie die notwendigen Beweise fand.