FFW SZ Eisdorf Hoffest

Der Spielmannszug Eisdorf zusammen mit seinen Gründungsmitgliedern (nicht mit auf dem Bild: Herbert Armbrecht und Jürgen Froböse)  Fotos: Petra Bordfeld

Die Freiwillige Feuerwehr Eisdorf und der Löschzug Willensen hatten zum traditionellen Hoffest rund ums Gerätehaus geladen, während dem auch das 60jährige Bestehen ihres Spielmannszuges gefeiert wurde. Und viele Bürger fast jeden Alters wollten es sich nicht nehmen lassen, dabei zu sein. Denn für den Ohren- und den Gaumenschmaus war bestens gesorgt. Die kleinen Gäste wiederum freuten sich riesig, eine Hüpfburg erobern zu dürfen. 

Eröffnet wurde dieses feierliche Spektakel aber mit einer Reise in die Entstehungsgeschichte des Spielmannszuges, deren Highlight die Ehrung von Männern der ersten Stunde war, und von Lob sowie Anerkennung getragene Reden. 

Michaela Rutzen, die viele Jahre den Vorsitz hatte, eröffnete den Rednerreigen und erinnerte daran, dass der Spielmannzug im Prinzip aus dem Überschuss des Jubiläumsfestes der Freiwilligen Feuerwehr entstanden ist, die 1959 ihr 25jähriges Bestehen feierte. Denn der damalige Ortsbrandmeister August Aschoff wollte davon nicht nur Instrumente kaufen, sondern auch einen Spielmannszug gründen. 

Um seine Idee zu realisieren warb er bei den aktiven Kameraden. Und Friedhelm Armbrecht, Herbert Armbrecht, Horst Beckmann, Friedhelm Bertram, Willi Drewes, Jürgen Froböse, Hans-Gerd Heisenberger, Willi Hellmold, Friedel Isermann, Helmut Krückeberg, Walter Krückeberg, Wilhelm Lawes, Heinrich Lüllemann, Karl-Heinz Oppermann sowie Werner Reinhardt, Jungs im Alter zwischen 15 und 30 Jahren, ließen sich davon überzeugen, das Spielen eines Instrumentes zu erlernen. 

Trommeln und Pfeifen wurden als erstes angeschafft, 1961 folgten eine große Trommel und die Becken. Willi Barkhoff aus Teichhütte war Übungsleiter und Wilhelm Lawes der erste Stabführer. Als erstes wurde der „Schwedenmarsch“ einstudiert. Als dann 1964 der erste Eisdorfer Schüttenhoff nach dem Krieg stattfand, konnte auch der Spielmannszug kräftig mitmischen. Ihm zur Seite standen die Osteroder Spielleute, denen ebenfalls geholfen wurde, wenn Not am Mann war. Diese gegenseitige Unterstützung währte laut der Sprecherin bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts.

1971 gab Wilhelm Lawes sein Amt an Hans-Peter Wegner ab, der bis 1986 nicht nur Stabführer, sondern auch Spielmannszugführer war. Bis 2007 führte er die Musikanten durch sämtliche Straßenzüge, und 1986 sowie 1994 beim Karneval sogar durch Wiesbaden und Köln.

1988 ist Michaela Rutzen als Übungsleiterin der Jugend hinzugekommen. Von 2006 bis 2018 war sie Spielmannszugführerin, heute ist sie Stellvertreterin, denn Dietmar Töpperwien steht mittlerweile an der Spitze. 

2017 hat der Spielmannszug Andre Wegner als Übungsleiter gewinnen können. Immerhin hatte er schon mehrere Jahre mitgespielt. Zurzeit zählt der Jubilar 16 Erwachsene und vier Jugendliche sowie vier Inaktive, die ab und an aber ihre Instrumente wieder in die Hand nehmen. 

Interessierte, Kinder ab zehn Jahren, aber auch Erwachsene sollten dienstags ab 18.30 Uhr mal im Feuerwehrhaus zu den Übungsstunden vorbeischauen und reinhören. 

Abschließend dankte Michaela Rutzen alle denen, die 1959 den Mut zu dem musikalischen Schritt gehabt hatten. Ein besonderes Dankeschön sprach sie Karl-Heinz Oppermann aus, denn der ist der einzige Gründer, der noch immer dienstags zum Üben kommt. 

Willi Hellmold wiederum spielt auf, wenn Not am Mann sein sollte. Jürgen Enge, der 1960 als Übungsleiter nach Eisdorf gekommen war, studierte bis Ende der 90er Jahre Lieder ein oder frischte selbige auf. Seit etwa drei Jahren kommt er erneut und fast regelmäßig nach Eisdorf und war mit seinen 85 Jahren auch beim Wohltätigkeitskonzert in der Stadthalle Osterode dabei. ei der Jubiläumsfeier fehlte er auch nicht. 

Während sie Hans-Peter Wegner dafür dankte, dass dieser von 1972 bis 2007 Stabführer und zusammen mit Jürgen Enge Übungsleiter sowie bis 1986 Spielmannszugführer gewesen ist, tat sie das bei Andre Wegner dafür, dass er der neue Übungsleiter und Jugendausbilder ist. 

Ortsbürgermeisterin Petra Pinnecke betonte in ihrem Grußwort, dass der Spielmannszug ein Aushängeschild für die Freiwillige Feuerwehr Eisdorf/Willensen und die Ortschaft Eisdorf ist. Denn er ist weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. 

Bürgermeister Harald Dietzmann wiederum brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass 15 Kameraden die Idee eines Mannes realisiert hatten. Somit habe der Spielmannszug einen großen Anteil an dem kulturellen Geschehen der Ortschaft. 

Gemeindebrandmeister Thomas Wenzel und Ortsbrandmeister Oliver Häger ließen es sich auch nicht nehmen, Worte des Dankes, Lobes und der Anerkennung für die musikalische Unterstützung seitens des Spielmannszugs auszusprechen. Auch wenn es nicht immer ganz einfach gewesen wäre, spielfähig zu bleiben und junge Menschen für den Spielmannszug zu begeistern, sei ihnen dieser Spagat immer bestens gelungen. 

Pastor Wolfgang Teicke überbrachte im Namen der St. Georg-Kirchengemeinde die Freude darüber, dass es den Spielmannszug gibt. 

Bevor in den gemütlichen Teil übergewechselt wurde, der musikalisch von dem Jubilar umrahmt wurde, ließ Thomas Wenzel durchblicken, warum auch die Wehr einen guten Grund zum Feiern hatte: Er sprach nämlich dem stellvertretenden Ortsbrandmeister Thorben Siewke die Beförderung zum ersten Hauptlöschmeister aus. pb

EHRUNGEN 

  • Gründungsmitglieder: Friedhelm Armbrecht, Herbert Armbrecht, Friedhelm Bertram, Jürgen Froböse, Hans-Gerd Heisenberger, Willi Helmhold, Friedel Isermann, Helmut Krückeberg und Karl Heinz Oppermann 

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Während des Doppelfestes der Wehr und des Spielmannszuges Eisdorf herrschte buntes Treiben von dem Feuerwehrhaus.

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Thomas Wenzel (li.) gratuliert Thorben Siewke (re.) zur Beförderung, über die sich auch Oliver Häger freut.