Eisdorf

Ortsteil der Gemeinde Bad Grund (Harz)

Erste JHV der Freiwilligen Feuerwehr Eisdorf/Willensen

FFW Eisdorf-Willensen JHV 2016

Die geehrten, beförderten und gewählten Mitglieder der neuen Wehr Eisdorf/Willensen sowie deren Kommando und Gäste freuten sich über die erste Jahreshauptversammlung. Foto: Bordfeld

Es war schon außergewöhnlich, dass Gemeindebrandmeister Karsten Krügener als erstes alle Teilnehmer/innen der Jahreshauptverslammung einer Freiwilligen Feuerwehr begrüßte. Die Besonderheit lag darin, dass eben diese Versammlung einer kleinen Feierstunde glich, zu welcher die Freiwillige Feuerwehr Eisdorf/Willensen geladen hatte. Neu war auch, dass es galt, eine/n zweite/n Stellvertretende/n Ortsbrandmeister/in zu wählen. Und die aktiven Kameraden/innen entschieden sich einstimmig dafür, dass Maren Schneider, die bereits elf Jahre Stellvertretende Ortsbrandmeisterin der bis zum 31. Dezember 2015 bestehenden Freiwilligen Feuerwehr Willensen war, dieses Amt weiter ausführen soll.

Karsten Krügener erinnerte in seiner Begrüßung daran, warum dieser ungewöhnliche Schritt ausgeführt werden musste. Weil die Willensener Wehr nicht mehr genügend aktive Mitglieder zählte, überlegten sich eben diese, was machbar wäre. So sei es zu interessanten Gesprächen mit der Eisdorfer Wehr gekommen, die zu einem hervorragenden Weg führten, der jetzt beschritten wird. Denn, auch wenn Willensen eine Löschgruppe geworden ist, bleiben in der Ortschaft das Gerätehaus, der Fahrzeugpark und alle wichtigen Einsatzgerätschaften stationiert, um so auch dort den Betrieb sicher zu stellen.

Bevor aber die Wahl sowie diverse Beförderungen und insbesondere Ehrungen ausgesprochen wurden, legte Ulrich Nienstedt, der 13 Jahre Ortsbrandmeister in Willensen war, seinen letzten Jahresbericht vor, den er zum wahrhaft erst Mal mit einem Dankeschön an Rat und Verwaltung der Gemeinde Bad Grund für die gute Zusammenarbeit schloss. Zuvor legte er offen dar, dass bis Ende des letzten Jahres 105 Mitglieder in der da noch Freiwilligen Feuerwehr Willensen zu zählen waren. Vier Frauen und zehn Männer waren und sind aktiv tätig, in der Reserve sind vier Mitglieder zu zählen, in der Jugendwehr Eisdorf ist auch ein Willensener Jugendlicher anzutreffen. Außerdem sind drei Eintritte zu verzeichnen, einer davon in die aktive Wehr, beziehungsweise Löschgruppe.

Ausgerückt sei man „nur“ zu Brand- und technische Hilfeleistungen. Fast 630 Stunden wurden in Unterricht, praktische Ausbildung und Übungsdienst „investiert“. Für Arbeitsdienst, Brandwache und anderen wichtigen Aktionen kamen noch einmal gut 600 Stunden dazu. Außerdem habe man sich zu 59 Diensten getroffen.

Ortsbrandmeister Thomas Wenzel versicherte in seinem anschließenden Bericht, dass ein ruhiges Jahr hinter den Kameraden/innen liegt. Das heiße aber bestimmt nicht, dass man nichts getan hätte. Dabei hob er hervor, dass beispielsweise die Atemschutzgeräteträger in Bad Gandersheim waren, um dort ihre Erfahrungen im realen Einsatz zu sammeln. Denn gerade im Atemschutz sei es wichtig, auf einen einheitlichen Stand in der Gemeinde zu kommen, da immer häufiger das Zusammenspiel unter den Wehren funktionieren muss.

Am meisten hätten sich die Kameraden/innen aber mit der Auflösung der Feuerwehr Willensen beschäftigt, was ja mit dem 1. Januar 2016 amtlich war. Vielen Unken und negativen Bemerkungen zum Trotz habe man sich in vielen Angelegenheiten arrangiert. „Ich denke, dass wir das sehr gut hinbekommen haben“, so Wenzel weiter, der jetzt auch Ortsbrandmeister in Willensen ist. Atemschutzgerätewartin sei übrigens bereits seit Mitte des zurückliegenden Jahres die Willensener Kameradin Maren Schneider.

Wenzel vergaß aber nicht, seine Freude darüber zum Ausdruck zu bringen, dass nicht bloß Vertreter der Ortswehren der Gemeinde Bad Grund vom Dorfgemeinschaftshaus Willensen vertreten waren, sondern auch eine der Förster Wehr. Das mache sehr klar, dass das sogenannte „Kirchturmdenken“ langsam ausstirbt. Auf den Mitgliederstand  eingehend, teilte er mit, dass die Eisdorfer Wehr zurzeit 329 Mitglieder zählt, 24 von ihnen sind aktiv, sechs in der aktiven Reserve, und 47 in der Altersabteilung.

Jugendwartin Laura Wenzel wusste zu berichten, dass die sechs Mädchen und sechs Jungen der Jugendfeuerwehr Eisdorf sich zu 36 Diensten (65 Stunden Technik und 72 Stunden allgemeine Jugendarbeit) getroffen hatten. Neben einer Übernachtung im Eisdorfer im Feuerwehrhaus nahm man aber auch an den Gemeindewettbewerben in Windhausen  und am Zeltlager in Clausthal-Zellerfeld teil, wo viel Spaß die Regie übernommen hatte. Sie dankte ihrem Team Sven Oppermann, Uli Nienstedt, Marlena Nienstedt, Thomas Wenzel und Oliver Häger, das sie ihr stets mit Rat und Tat zur Seite standen.

Spielmannszugführerin Michael Rutzen machte in ihrem Jahresbericht deutlich, dass hinter den Musiker/innen des Spielmannszuges Eisdorf zwar ein ruhiges, aber kein uninteressantes Jahr. Gemeindebrandmeister Karsten Krügener betonte anschließend, dass alle Kameraden/innen das erfüllen wollen, was der Gesetzgeber vorschreibt, das gehe aber nur, wenn Rat und Verwaltung das Geld zur Verfügung stellt.

Diesem Bericht schloss sich Bürgermeister Harald Dietzmann mit seinem Grußwort an. Er betonte, dass mit der so besonderen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Eisdorf/Willensen in Willensen die Veränderung deutlich gemacht werde. Er erinnerte aber auch daran, dass in der Wehr dieser Ortschaft schon sehr früh festgestanden habe, dass mit dem Schwund der aktiven Mitglieder auch die verlässliche Sicherheit zurückgehen werde. Um die weiter zu gewährleisten, sei die lobenswerte Konsequenz gezogen worden, eine vernünftige, zukunftsfähige Löschgruppe zu bilden. All das sei im Sinne des Brandschutzes geschehen, und man habe ein Ergebnis erzielt, was sich in jeder Hinsicht sehen lassen kann. Denn, auch wenn es keine Willensener Wehr mehr gibt, gibt es ein Einsatzfahrzeug und ein Gerätehaus, und da wird sich nichts dran ändern.

Dietzmann dankte dem bisherigen Ortsbrandmeister Ulrich Nienstedt und dessen Stellvertreterin Maren Schneider dafür, dass sie bis zur Überreichung ihrer Entlassungsurkunde ihre Aufgaben wahrgenommen haben. Er wünschte der neuen Freiwilligen Feuerwehr alles Gute, noch mehr Gemeinsamkeiten und Verständnis, damit diese „neue“ Wehr in der Lage ist, zuverlässig den Brandschutz sicher zu stellen.

Eisdorfs Ortsbürgermeisterin Petra Pinnecke verwies in ihrem Grußwort darauf, dass die Freiwilligen Feuerwehren die älteste Bürgerinitiative überhaupt seien. Denn schon im Mittelalter hätten sich Bürger zusammengeschlossen, um sich vor Feuerbrunsten zu bewahren. Jede/r einzelne/r Kamerad/in leistet einen unschätzbaren Dienst. Deren Mut und Bereitschaft, dort hinzurennen, von wo die anderen weglaufen, bleibe jetzt erhalten, weil die Willensener Wehr als Löschgruppe weiter besteht. „Es war sicherlich eine schwere, aber eine sehr gute Entscheidung“, so die Sprecherin weiter. Denn das innere aktive Leben sei auch weiterhin in Willensen sichergestellt.

Willensens Ortsvorsteher Hartmut Nienstedt erinnerte daran, dass diese Wehr die kleinste Wehr in der Gemeinde gewesen war. Jetzt habe sie einen vernünftigen Schritt getätigt. Zu dem hätte aber nicht nur die fehlende Stärke der Aktiven, sondern auch die fehlenden Arbeitslätze geführt. Da es keine Auflösung gab, sondern als Löschgruppe  weitergeht, sei er überzeugt, dass sie gut in Eisdorf aufgenommen und so eine starke Einheit bilden wird.
Kreisbrandmeister Frank Regelin legte seinen Jahresbericht vor und mahnte abschließend an, dass alle Feuerwehren für alle Mitglieder der Gesellschaft offen stehen.

Kreisjugendfeuerwehrwart Richard Gerigk brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Jugendwehr Eisdorf so aktiv gewesen ist und überreichte Laura Wenzel leckere Nervennahrung für den anstehenden Dienst.

Pastor Wolfgang Teicke bedankte sich ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit beim Ausrichten des Pilgerweges 2015, der durch die Gemeinde Bad Grund führte. Der Zusammenschluss zwischen Kirche und Wehr sei einfach großartig gewesen. Gleiches dürfe über den Zusammenschluss der beiden Wehren Eisdorf und Willensen gesagt werden. Die Löschgruppe bleibe ein aktiver Teil in dieser Ortschaft und das Gerätehaus ein wahres Kleinod. pb

 

EHRUNGEN

Niedersächsisches Ehrenzeichen für aktive Dienstzeit im Feuerlöschwesen

  • 40 Jahre Feuerwehr Willensen: Frank Rohrmann und Klaus Oppermann
  • 25 Jahre Feuerwehr Willensen: Christian Reinbrecht
  • 25 Jahre Feuerwehr Eisdorf: Christian Kühne

 

BEFÖRDERUNGEN

  • Zum Hauptlöschmeister: Oliver Häger (stellvertretender Ortsbrandmeister Eisdorf)
  • Zum Hauptfeuerwehrmann: Steffen Peter
  • Zur Hauptfeuerwehrfrau: Larisa Wenzel und Laura Wenzel
  • Zum Hauptfeuerwehrmann: Kolja Teuber, Yannik Gorke und Florian Friedrich
  • Zum Feuerwehrmann: Marius Koch und Sebastian Schimpfhauser
  • In die aktive Abteilung übernommen: Tore Reinbrecht

 

Karte Eisdorf