Eisdorf

Ortsteil der Gemeinde Bad Grund (Harz) • Landkreis Göttingen

Nur die Ziegen meckerten


Sophienhof und die „Ziegenalm“ waren Ziel einer Fahrt der DRK-Ortsvereine Willensen und Eisdorf. Fotos: Sablotny

Eisdorf/Willensen (sab). 100 Ziegen, Schweine, Damwild, Hühner, Kühe und Heidschnucken, all das gab es bei einer Halbtagsbusfahrt zu sehen, die zum Sophienhof in der Nähe von Hohegeiß/Rotheshütte führte. Die DRK-Ortsvereine Willensen und Eisdorf unter Leitung von Monika Klapproth und Karin Köhler mit ihren Helferinnen hatten die Fahrt organisiert. Und siehe da, sie wurde ein Erfolg.

Bernd Klapproth fuhr die 49 Teilnehmer erst einmal durch den Harz, durch Bad Lauterberg, an der Odetalsperre vorbei in Richtung Hohegeiß. Das Wetter spielte einigermaßen mit. Im Bus gab es viel zu erzählen. Auf schmalen Straßen wurde schließlich „Sophienhof“ erreicht, ein ganz kleines Dörfchen am nördlichsten Punkt Thüringens. Dort war die „Ziegenalm Sophienhof“ der Familie Liebig das Ziel. Weit bekannt sei die Ziegenfarm, berichtete die „Ziegenfarmwirtin“ Liebig. In der „Almhütte“, bei  Kaffee und leckerem Käsekuchen, in dem man den Ziegenkäse herausschmeckte, erzählte sie Interessantes über die Tierhaltung, insbesondere die Ziegenhaltung, über die Käsespezialitäten, regionale Produkte, der eigenen Schweinehaltung und dem Hofladen, in dem die selbst hergestellten Waren verkauft werden. Sie und ihr Mann, die von zu Hause aus Sozialpädagogen seien, hätten vor einigen Jahren ganz klein angefangen und den Hof ausgebaut. Die Liebe zur Landwirtschaft und zur Tierhaltung habe dazu beigetragen. Inzwischen seien Ferienhäuser dazu gekommen, die von den „Städtern“ gern gebucht würden. Ein „Außenkaffee“ an dem sich ein Streichelzoo angliedern wird, ist derzeit im Bau.

Bei einem kleinen Rundgang durch den Hof folgte den Worten die Praxis. Ziegen und Ziegenböcke beschauten die Gäste aus dem Vorharz, schnupperten hier, leckten dort Taschen ab und meckerten lustig darauf los. Das Streicheln ließen sie sich gern gefallen, hofften sie dabei doch auf einen Leckerbissen. Die kleinen weißen Zickleins gefielen besonders. Derweilen passte der Ziegenbock auf, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Jede Woche werde auf dem Hof ein Schwein geschlachtet, war zu hören. Das nächste 4-Zentner-Schwein im sauberen Stall ahnte bestimmt noch nichts von seinem baldigen Ende. Jeden Tag frische Eier, frische oder abgehangene Wurst, und natürlich Ziegenkäse in allen Variationen, gab es im Hofladen zu sehen und zu kaufen. Kaum zu glauben aber wahr, das „Ziegeneis“ schmeckte vorzüglich. In der Ferne auf den Weiden, die wegen der Hochlage nur einmal im Jahr gemäht werden können, grasten derweilen Heidschnucken. „Das war  interessant, da gibt es nichts zu meckern“, so einige Teilnehmerinnen.

Auch auf der Rückfahrt gab es nichts zu meckern. Ganz im Gegenteil, der Busfahrer Bernd Klapproth verzichtete auf das sonst übliche Busfahrer-Trinkgeld. Ein gespendeter Betrag von 122,43 Euro ging anstatt dessen an die Pakistan-Hilfe, zu der das DRK aufgerufen hat.

Karte Eisdorf