Der Vorstand der Jagdgenossenschaft Eisdorf zusammen mit den Jagdpächtern Mario Wecke (2. Reihe li.) und Finn Hjollund Jensen (2. Reihe mi.) sowie dem Jagdaufseher Bernd Baaske (hi. re.).

Eisdorf (pb). Dass die Eisdorfer Jagdreviere sich bereits einen Namen weit über die Bundesgrenzen gemacht haben, wurde während der gut besuchten Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Eisdorf deutlich. Denn der erste Vorsitzende Frank Brakebusch, der ebenso in seinem Amt einstimmig wieder gewählt wurde wie Kassenwart Walter Sinram-Krückeberg, teilte mit, dass der neue Jagdpächter des Reviers Süd, Finn Hjollund Jensen, aus dem in Dänemark gelegenen Vinderup kommt.

Jensen, der zusammen mit seiner Frau und Jagdaufseher Bernd Baaske aus Osterode an der gut besuchten Versammlung im Gasthaus „Zur goldenen Krone“ teilnahm, teilte mit, dass ihm der Harz schon lange kein unbekanntes Revier sei. Jetzt wo er ins Rentenalter getreten sei, habe er auch die Zeit und insbesondere Lust, hier zu jagen. Er habe sich in den zurückliegenden vier Wochen genauestens im Revier Süd umgeschaut und dabei festgestellt, dass es sich lohne, stets 600 Kilometer unter die Autoräder zu nehmen.

Zuvor legte aber Brakebusch seinen Jahresbericht vor, der zahlreiche Aktivitäten widerspiegelte - Schwerpunktthema sei aber die Neuverpachtung gewesen, da Helmut Oelckers aus Gesundheitsgründen die Pacht nicht habe verlängern können. Der Vorsitzende brachte aber auch Erwartungen an die Jagdpächter, Jagdgenossen und die Bürger zum Ausdruck. Letztendlich müsse es doch problemlos möglich sein, die Nutzung der freien Landschaft, die Jagdausübung und die Erholung nebeneinander ohne unnötige Störungen und ebenso unnötigen Ärger parallel verlaufen zu lassen. Mit der ordnungsgemäßen Jagdausübung werde einerseits ein artgerechter und gesunder Wildbestand erhalten. Andererseits werde mit der Jagdpacht ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Feldmarkwege beziehungsweise freien Landschaft geleistet. Das intakte Wegenetz wiederum komme der Landwirtschaft und der gesamten Bevölkerung zugute.
Damit das alles funktioniert, müsse aber Rücksicht auf den anderen genommen werden. So bat er beispielsweise die Reiter, mit ihren behuften Freunden feste Wege zu nutzen und nicht querfeldein oder quer durch den Wald zu reiten. Grundsätzlich gelte es für alle Besucher und Nutzer der freien Landschaft, dass bei beginnender Dämmerung und in der Nacht mögliche Einstandsgebiete vom Rehwild gemieden werden sollten. Außerdem sollte stets ein aufmerksames Auge auf die Fahrverbotsschilder geworfen werden.

Ganz wichtig sei alle Jahre wieder der Leinenzwang für den besten Freund des Menschen im Interesse des Wildnachwuchses. Diese Pflicht gilt bereits seit dem 1. April und endet erst am 15. Juli. So lange wehrt letztendlich die sogenannte Brut- und Setzzeit. Er bat alle Hundehalter, auf die wild lebenden Tiere Rücksicht zu nehmen und sich an den Leinenzwang zu halten.
Brakebusch richtete aber auch eine Bitte an die Landwirte. Vor dem Mähen der Wiesen sollte sie doch Kontakt mit den Jagdpächtern oder der Jagdaufsicht aufnehmen, um möglichst zu vermeiden, dass gerade gesetzte Rehkitze getötet oder schwer verletzt werden.

Für das nächste Jagdjahr wünsche er sich von beiden Jagdpächtern der Reviere Süd und Nord, von allen Jagdberechtigten, von allen Jagdgenossen und allen Eisdorfer Bürger eine verständnis- und rücksichtsvolle, ehrliche und gute Zusammenarbeit stets zum Wohle der Jagdgenossenschaft.

Mario Wecke, Pächter des Jagdreviers Nord wiederum wusste zu berichten, dass der Abschussplan – das Rehwild betreffend – nicht ganz aufgegangen sei, relativ schwach sei auch das Jagdergebnis bei den Wildschweinen ausgefallen. Große Sorgen bereite ihm allerdings die überaus große Population des Waschbären.

Bernd Baaske, Jagdaufseher des Jagdreviers Süd, stellte sich der Versammlung vor. Er, gebürtiger Berliner, der seit 20 Jahren in Osterode lebt, wusste zu berichten, dass erst einmal das Jagdhaus, die Hochsitze und der Ausgleich des Wildschadens in Angriff genommen worden seien und er hoffe auch ein gutes Miteinander.

Im weiteren Verlauf der Versammlung fiel der Entschluss, den Reinertrag der Jagdnutzung der Feldmarkinteressentenschaft für Wegebaumaßnahmen zur Verfügung zu stellen. Außerdem galt es noch einen neuen Kassenprüfer zu wählen, und die Versammlung entschied sich einstimmig für Adolf Brakebusch.