60 Jahre FC Eisdorf


Die für ihre jahrzehntelange Treue geehrten Mitgliedern und der Vorstand des FC Eisdorf. Fotos: Bordfeld

Eisdorf (pb). Auch wenn der FC Eisdorf zusammen mit vielen Mitgliedern und Freunden seinen 60ten Geburtstag feierte, will er bestimmt nicht in den Ruhestand treten. Das wurde während des vormittäglichen Festkommerses und der vielen Glückwunschreden sehr deutlich. Bei all den Blicken nach vorne, wurde aber auch zurück geschaut und 17 treuen Mitgliedern die Urkunden sowie die Goldenen und silbernen Ehrennadeln überreicht.

Der erste Vorsitzende, Frank Schnute, bat im vollbesetzten Kultur- und Sportzentrum (KuSZ) Alfred Ohse, Dietmar Lange, Hans-Otto Schmidt, Ernst-August Aschoff, Hartmut Elligsen, Reinhard Gross, Holger Lange, Hartmut Schmidt, Gerhard Elligsen, Helmut Borchers, Dieter Friebe, Dietrich Ueberschär und Karl-Heinz Hoheisel zu sich, um ihnen für die mindestens fünf Jahrzehnte lange Treue die vereinsinterne höchste Auszeichnung zu überreichen. Weil Mario Kesten, Christoph Lange, Thorsten Schmidt und Lars Becker auch schon 25 Jahre dem FC angehören, durften sie die Silberne Ehrennadel entgegennehmen.

Keine Nadel, sondern „nur“ eine Urkunde und einen wohl gefüllten Präsentkorb erhielt Ehrenmitglied Heinz Blume, der auch Gründungsmitglied ist. Er habe letztendlich schon alle Auszeichnungen erhalten, so Schnute mit launigen Worten. Und Blume entführte dann auch in die Entstehungsgeschichte des FC Eisdorf, der beinahe Verein für Bewegungsspiele (VfB) Eisdorf geheißen hätten. Die Geschäftsstelle des Kreissportbundes habe in Osterode aber einen Strich durch die Rechnung gemacht, und so hätten sich alle für die zweite Möglichkeit entschieden, für den Fußball-Club Eisdorf. Fast auf den Tag genau vor 60 Jahren sei dann im Gasthaus „Zur Erholung“ die Geburtsstunde des FC gewesen.

Da der TSC Eisdorf bereits 1947 den Sportplatz am Posthof für 25 Jahre gepachtet hatte, arrangierte man sich über eine Mitbenutzung. Am 18. Juni trat der FC gegen die Dritte Mannschaft aus Osterode an und musste ein 1:7 in Kauf nehmen. Das habe aber gar nichts gemacht, denn es war letztendlich das erste Tor in der noch jungen Geschichte des Vereins.

1954 hätten einige auswärtige Spieler den FC wieder verlassen, aus der Not heraus sei die Idee geboren worden, sich mit den Kickern des TSC zu arrangieren, damit elf Spieler auf dem Platz zu zählen gewesen seien Dieses Miteinander sei aber nicht lange gut gegangen, bereits im Herbst 1958 sei es wieder aufgekündigt worden und der FC habe sich mit eigenen Spielern wieder ins Gespräch gebracht. Und 1960 sei es unaufhaltsam aufwärts gegangen.

Frank Schnute setzte den Reigen der Erinnerungen fort, indem er unter anderem ins Gedächtnis rief, dass der FC 1976 erstmals in der Bezirksklasse anzutreffen gewesen sei. 1990 habe sich unter Leitung von Jutta Schmidt eine Damengymnastikgruppe formatiert. Ein absolutes Highlight sei aber 1997 die Auszeichnung zur fairsten von 1 667 Mannschaften in Niedersachsen und die Übergabe des Fair-Play-Sieger-Pokals gewesen. Vor fünf Jahren sei die Damenelf gegründet worden, die im vergangenen Jahr in die Bezirksklasse aufgestiegen ist.

Ganz besonders müsse aber hervorgehoben werden, dass der FC Eisdorf ab August Schulfußball angeboten wird. Der Trainer stünde schon bereit und Schulleiterin Iris Keller habe längst ihr okay gegeben.

Der Reise in die Vergangenheit und dem Blick in die Zukunft schlossen sich diverse Großworte an. Eröffnet wurde dieser Reigen von Eisdorfs Bürgermeisterin Petra Pinnecke, die dem Vorstand und den Betreuern ein vorbildliches Engagement bescheinigte. Schließlich gehörten dem FC Eisdorf viele Kinder und Jugendliche an, für welche das runde Leder konkurrenzlos im Mittelpunkt ihrer Freizeit stünde. Sie zu fördern und zu trainieren sei dem FC ganz besonders wichtig. Schließlich wolle er noch viele weitere Jahre bestehen. Und er habe mit über 380 Mitgliedern, einer effizienten Vereinsführung, kontinuierlicher Jugendarbeit, der erfolgreichen  Damenelf und der Erste Herren sowie den diversen Jugendmannschaften die besten Voraussetzungen dafür, weiterhin erfolgreich zu bestehen. Zur Unterstützung überreichte sie ein inhaltsreiches Flachgeschenk und einen Talisman.

Renate Wagner, zweite Vorsitzende des Kreissportbundes Osterode, sparte ebenfalls nicht mit Worten des Lobens und der Anerkennung. Schließlich sei der FC trotz einigen Transfers aus dem benachbarten Umland immer noch eine große Eisdorfer Familie. Sie erinnere sich gerne daran, dass Gründungsmitglied Friedel Alke Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts mit seinem GOGO (Goggomobil) die gesamte C-Jugend zum Spiel gefahren habe. So ein persönlicher Einsatz fördere den Zusammenhalt in einer Mannschaft und zuletzt im Verein. Natürlich hätten sich die Zeiten geändert, aber das Ehrenamt sei immer noch die wichtigste Säule in unserer Gesellschaft. Sie sprach allen im Namen des KSB einen aufrichtigen Dank aus und wünschte auch für weiterhin viel Freude an der anstehenden Arbeit. Sie hatte nicht „nur“ die Ehrengabe des KSB, sondern auch für alle Vorstandsmitglieder ein Button mitgebracht.

Vom NFV Kreis Osterode waren der stellvertretende Vorsitzende, Ulf Hoffmeister und der Vorsitzende des Jugendausschusses, Ratko Lazic, ebenso nicht bloß mit Worten des Dankes und der Anerkennung nach Eisdorf gekommen, sie ehrten auch drei Männer für deren außerordentliche Leistungen. Hoffmeister überreichte Jugendleiter Michael Rustemeyer und Spielausschussvorsitzender Lars Elligsen das Silberne Ehrenzeichen und Urkunde des NFV Lazic wiederum händigte Jörg Meissner das Jugendleiter-Ehrenzeichen in Bronzene und Urkunde des Niedersächsischen Fußballverbandes Osterode für fünf Jahre Arbeit als Jugendtrainer aus.

Michael Lehmann wiederum trat als Sprecher des TSC, der Freiwilligen Feuerwehr und des Schützenvereins ans Mikrophon um herzlich zu dem Jubiläum zu gratulieren und finanzielle Gaben zu überreichen.

Ehrenmitglied Reinhard Gross hatte kein kleines, sondern ein DIN A 3 Flachgeschenk mitgebracht, das sich als Gutschein für ein zweitägiges Fußballcamp für die rund 70 Kinder und Jugendlichen des FC entpuppte. Er wolle damit die Bemühungen des Vereins unterstützen, denn am 21. und 22. August werde den jungen Leuten auf Initiative der Stiftung Jugendfußball (FD 21), die von Fußballstars ins Leben gerufen wurde, der richtige Umgang mit dem runden Leder sowie soziale und gesundheitliche Aspekte ins richtige Licht gerückt.

Nicht um Fußball, sondern um Musik ging es dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Eisdorf, der die große Zahl der Gäste aufs herzlichste begrüßte und auch mal zu einer Verschnaufpause aufspielte, wofür es war Beifallsstürme gab.  Am Nachmittag wurden sie von dem Musikzug der Freiwlligen Feuerwehr Dorste abgelöst, der ebenfalls mit Beifallsalven bedacht wurde.


Nach der Ehrung durch den NFV (v. l. n. r.): FC-Vorsitzender Frank Schnute, Jörg Meissner, Ratko Lazic, Michael Rustemeyer, Lars Elligsen und Ulf Hoffmeister.


Die stellvertretende Vorsitzende des KSB, Renate Wagner, gratuliert Frank Schnute.


Eisdorfs Bürgermeisterin Petra Pinnecke überreicht Frank Schnute ein Jubiläumspräsent.


Gründungs- und Ehrenmitglied Heinz Blume.

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