Der Vostand der Jagdgenossenschaft Eisdorf zusammen mit den Jagpächtern (v. l. n. r.): Dr. Helmut Bell, Walter Sinram Krückeberg, Peter Mell, Christian Brakebusch, Bodo Ehrenberg, Mario Wecke, Thomas Seegers, Frank Brakebusch. Foto: Bordfeld 

Gegenseitige Rücksichtnahme ist auch zukünftig gefragt!

Eisdorf (pb). Frank Brakebusch, erster Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Eisdorf, mahnte während der Jahreshauptversammlung an, dass gegenseitige Rücksichtnahme nach wie vor groß geschrieben werden müsse. Daran sollten sich insbesondere die Nutzer der Feldmark und des Waldes erinnern und  Fahrverbotsschilder beachten. Letztendlich sei der Wald unter anderem wirklich alles andere als ein Ort, in dem  unerlaubt und für Wanderer störend gefahren oder gar wilde Müllentsorgung praktiziert werden darf.

Zwar nutzten aus Sicht der Jagdpächter mittlerweile schon zunehmend mehr Reiter feste Wege. Es gebe aber noch zu einige, die das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung nicht beachten. Da steht nämlich geschrieben: „Das Reiten ist auf gekennzeichneten Reitwegen und auf Fahrwegen gestattet. Fahrwege sind befestigte oder naturfeste Wirtschaftswege, die von zweispurigen, nicht geländegängigen Kraftfahrzeugen ganzjährig befahren werden können“. 

Weiter mahnte der Vorsitzende an, dass für alle Besucher und Nutzer der freien Landschaft gelte, dass sie bei beginnender Dämmerung und in der Nacht mögliche Einstandsgebiete vom Rehwild – insbesondere im Wald und in Waldrandgebieten - meiden sollten.

Weiterhin bereite es ihm Sorgen, dass einige Hundehalter sich nicht an den seit dem 1. April bis zum 15. Juli geltenden Leinenzwang für Hunde hielten. Er bat alle, im Interesse der wildlebenden Tiere, diese Gesetzgebung ernst zu nehmen.

Abschließend richtete Brakebusch erneut eine Bitte an die Landwirte. Sie sollten vor dem Mähen der Wiesen Kontakt mit den Jagdpächtern aufnehmen, um so möglichst zu vermeiden, dass gerade gesetzte Rehkitze getötet werden. Er wusste aber auch davon zu berichten, dass es einige Landwirte gibt, die dies schon tun. Er warb für eine weiter gute Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern, was beispielsweise die Bereitstellung von Weideflächen oder Wiesen am Waldrand zur Nutzung als Wildwiesen oder Wildacker und sogenannte Blühstreifen betrifft.

In seinem Jahresbericht kam der Vorsitzende aber auch darauf zu sprechen, dass das gemeinsame Ziel der Jagdgenossenschaft und der Jagdpächter daraus bestehe, dass man zusammen mit der Bevölkerung die Nutzung der freien Landschaft, die Jagdausübung und die Erholung nebeneinander ermöglichen sollte, um unnötige Störungen sowie überflüssiger Ärger zu vermeiden.

Mit einer ordnungsgemäßen Jagdausübung könne schließlich ein artenreicher und gesunder Wildbestand erhalten und auch das Heranwachsen gepflanzter Kulturen gesichert werden. Letztendlich werde mit der Jagdpacht ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Wege in der Feldmark beziehungsweise freien Landschaft geleistet. Und ein intaktes Wegenetz komme wiederum der Landwirtschaft und der gesamten Bevölkerung zugute.

Anschließend meldeten sich die Jagdpächter während der gut besuchten Versammlung im Gasthaus „Zur goldenen Krone“ in Eisdorf zu Wort. Mario Wecke, Pächter des Reviers Eisdorf Nord, teilte mit, dass sieben Stück Rehwild, sechs Stück Schwarzwild, fünf Füchse, ein Waschbär und sieben Rabenkrähen beziehungsweise Elstern zu verzeichnen gewesen seien. 2012 habe es keine Wildschäden gegeben. Übrigens habe er sich mit Verantwortlichen der Klosterforst Westerhof zusammengesetzt und den Entschluss gefasst, am 8. November 2013 gemeinsam das Schwarzwild zu bejagen, da sich die Schwarzwildpopulation gewaltig vermehrt habe.

Dr. Helmut Bell, Peter Mell und Thomas Seegers machten anschließend deutlich, dass sie froh darüber sind, als neue Mitjäger zusammen mit Mario Wecke das nördliche Gebiet bejagen zu dürfen.

Klaus Kopp, teilte in Vertretung des Jagdpächters beziehungsweise Jagdaufsehers des Revieres Eisdorf Süd mit, dass in diesem Bezirk rund 63 Prozent des dreijährigen Rehwildabschusses nach dem zweiten Jagdjahr erfüllt worden seien. Außerdem wurden fünf Stück Schwarzwild erlegt.  Er dankte den Landwirten für die Bereitstellung von Flächen für die Anlage von Wildäckern und dafür, dass sie ihre Wiesen mit viel Sachverstand mähten, um so Jungtiere vor dem sicheren Tod zu bewahren.

Einstimmig entschieden sich alle Jagdgenossenschaftsmitglieder dafür, den Reinertrag der Jagdnutzung der Feldmarkinteressentenschaft Eisdorf für den immer wieder anstehenden Wegebau zu übergeben.